Gewürze, Öl, Essig, Kräuter

Die Düfte Asiens, die Geschmäcker des Orients. Gewürze waren bis ins späte Mittelalter Luxusgüter, oft so teuer wie Gold. Vielleicht kann ich damit wenig anfangen, da ich ein normales Arbeiterkind bin und möglicherweise bei meinen Vorfahren nicht auf dem Speiseplan standen.

Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sich mein Geschmacksempfinden in engen Grenzen hält weil ich schon im zarten Alter von dreizehn zum Rauchen anfing und zeitweise bis zu drei Schachteln am Tag gequarzt habe. Ich schmecke den Hauch Majoran oder die Prise Zimt nicht aus Gerichten raus, da muss man das schon eimerweise rein geworfen haben. Das habe ich mal mit Muskatnuss gemacht, da hatten meine Opfer dann betäubte Zungen.

Wenn es Dir ähnlich geht, dann lass es weg. Außer Salz, Pfeffer und Paprika benutze ich kaum Gewürze. Bei den Rezepten werden passende Gewürze genannt, die Gewürze auf die Du nach meiner Meinung verzichten kannst sind dort jeweils in Klammern gesetzt.

Ich versuche auch mit relativ wenigen Gewürzen auszukommen, weil ich nicht glaube dass es so viel bringt wenn ich 20 verschiedene Gewürze und Kräuter in ein Gericht schmeiße. Ich bin, wenn es um gutes Essen geht auch nicht sparsam, aber 5,99 € für ein paar Gramm eines exotischen Gerichts ausgeben um dann festzustellen dass ich es sowieso nicht rausschmecke oder es eh nicht schmeckt? Nö, ich passe und bleibe bei meinen Grundgewürzen.

Im Folgenden ein paar Infos und Tipps zu Gewürzen.

Außer Salz sind die meisten Gewürze hitzeempfindlich, das heißt Du solltest sie grundsätzlich eher am Ende der Garzeit zugeben. Wenn Gewürze drei Stunden mitgekocht haben schmecken auch sehr feinsinnige Gaumenkünstler nichts mehr raus. Außerdem eher sparsam verwenden, wenn’s mal versalzen ist bekommst Du es nicht mehr oder nur noch ziemlich umständlich raus (wenn Du gerade zufällig 400 Liter Suppe brauchst kannst Du sie natürlich mit Wasser verdünnen). Meine Mutter sagte immer, dass man auch noch nachwürzen kann und damit hatte sie Recht, auch wenn ich Müttern im Allgemeinen eher ungern zustimme.

Getrocknete Gewürze sind, nach dem öffnen, nur 3 bis 6 Monate zu verwenden, danach haben sie ihren Geschmack verloren, insofern überhaupt einer vorhanden war. Länger haltbar und auch erheblich besser im Geschmack sind Tiefkühl-Gewürze, es gibt verschiedene Sorten bei den etwas besser sortierten Einzelhändlern (Tengelmann, Kaufland, Netto…), wenn man(n) Zeit und Lust dazu hat kann man das eine oder andere aber auch mal selbst machen, wenn Du für ein Gericht ein bisschen Schnittlauch brauchst/willst, kannst Du meist sowieso nur einen ganzen Bund kaufen, den Rest dann einfach klein schneiden und einfrieren.

Salz:

Ich denke zu Salz brauche ich nicht viel zu sagen, passt zu allen deftigen Speisen. Bei Fleisch vorsichtig salzen, gerade Geflügel wird dadurch noch schneller trocken. Für die Verwendung am Tisch sieht eine Salzmühle ganz nett aus. Wenn Du es ganz besonders haben willst, gibt es auch exotische Salzsorten wie indisches Schwarzsalz, Fleur de Sel, Khoisan Perlen, Himalaya Pink oder Persisch blau. So etwas findest Du meist nur im Internet, zum Beispiel bei Gepp’s (www.gepps.de), macht oft auf Frauen Eindruck.

Pfeffer:

Ist wie Salz bei allen deftigen Speisen praktisch unverzichtbar. Ich empfehle Dir Pfefferkörner in einer Pfeffermühle zu verwenden. Das bereits gemahlene Pfefferpulver ist meist von geringer Qualität, den Unterschied zu frisch gemahlenem Pfeffer schmecke selbst ich. Es gibt Grünen, schwarzen, weißen oder auch rosa Pfeffer, gemischt sieht es in einer Pfeffermühle interessant aus.

Paprika:

Gibt es auch in verschiedenen Versionen mehr oder weniger mild bis hin zu Chili bzw. Cayenne, die sehr scharfen Versionen. Benutze ich sehr gerne, ich mag es scharf, nicht nur beim Essen.

Muskatnuss:

Die Muskatnuss enthält den psychotropen Wirkstoff Myristicin, welchem halluzinogene Eigenschaften nachgesagt wird. In Ägypten und Indien wird sie aus religiösen Gründen geraucht (haha), im Jemen zur Potenzförderung gekaut.

Ähh, ich bin mal wieder abgeschweift, hier geht es ja um Gewürze. Die Muskatnuss kann in Kartoffelgerichten, Eintöpfen und in Fleischgerichten wie Frikadellen verwendet werden. Sie eignet sich auch als Gewürz für Spinat, Blumenkohl, Rosenkohl, Kohlrabi, Erbsen und Möhren. Das Aroma ist leicht flüchtig, deswegen sollte man sich eine Muskatnuss-Mühle in der eine ganze Nuss gemahlen wird zulegen, wenn man es öfter benutzen will.

Majoran/Oregano:

Ist im Prinzip das gleiche, Majoran ist die kultivierte Form, Oregano wird oft auch als „Wilder Majoran“ bezeichnet. Du brauchst also ggf. nur eine Kräutersorte vorrätig halten. Es passt gut zu Eiergerichten, italienischen Soßen, Tomaten, Gemüseaufläufen und zu Pizza.

 

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