Monthly Archives: Oktober 2014

Zuhören

Ein paar ganz persönliche Zeilen von mir zu Veronika Krytzner‘s  
Blogparade „Zuhören“.

Ich bekomme oft das Kompliment, ich sei ein guter Zuhörer. Ganz ehrliche Antwort: Nein! Bin ich nicht. Ich stelle nur relativ schnell „auf Durchzug“ und kann das offensichtlich gut vertuschen. Wahrscheinlich habe ich das schon von Kindesbeinen an trainiert, wenn ich an die Tiraden vor allem meiner Mutter zurück denke. Zwischendrin mal reinhören, irgendein Wort aufschnappen zum Beispiel „Italien“, dann sage ich „Aha, Italien“ und schon bin ich wieder weg, also geistig. Aber woran liegt es, dass ich das „nichtzuhören“ so kultiviert habe?

Na, ja vielleicht ist es nicht besonders höflich von mir, vielleicht ist es aber auch nicht höflich jemanden (in dem Fall mich) ohne Punkt und Komma zuzutexten. Das ist so mein Hauptproblem mit dem zuhören, die mangelnde Sensibilität vieler Zeitgenossen.

Stichwortgeber und Verkäufer

Oder wenn man nur so als Stichwortgeber funktionieren soll. Die Nichte meiner Ex-Frau ist so eine, fragt mich wie es mir geht, nur um dann tief Luft zu holen und 20 Minuten zu erzählen wie schlecht es ihr geht, welche neue Allergie sie bei sich entdeckt hat, welche Begabung ihre Kinder haben und uuund uuuuuuund, ups bin schon bei dem Gedanken daran auf der Tastatur eingeschlafen.

Oder wenn es dem anderen nur darum geht etwas zu verkaufen, meinem (jetzt Ex-)Zahnarzt zum Beispiel. Ich solle eine Funktionsdiagnostik machen lassen, eine Voruntersuchung beim Osteopathen war ohne Befund, Beschwerden habe ich auch nicht. Das ging bis dahin, dass er meine Krone nicht machen will bevor nicht die Funktionsdiagnostik gemacht ist. Egal, jetzt habe ich einen anderen Zahnarzt.

Gut zuhören!

Wirklich gut zuhören kann ich im beruflichen Umfeld. Als Interim Manager und Consultant musst du gut zuhören, weil du schnell die Probleme in diesem Unternehmen erfassen musst. Da geht es um Ziele, Vereinbarungen, Abläufe letztendlich meist um viel Geld. Da kommt es auch auf Zwischentöne und Formulierungen an, da muss ich oft sozusagen „zwischen den Zeilen“ zuhören. Vielleicht bin ich doch ein guter Zuhörer, vielleicht will ich nur oft nicht.

Mein Wunsch:

Was würde ich mir wünschen, was empfehle ich. Achtsam in Gesprächen miteinander umgehen, den Gesprächspartner wirklich als Partner betrachten. Eine andere Meinung überhaupt zulassen. Nachfragen, interessiert dich das überhaupt? Den anderen zu Wort kommen lassen. Sensibel darauf achten, ob der andere noch zuhört. Dann höre ich auch zu! …vielleicht.

Wünsch dir was!

  • Gibt es ein Gericht das du gerne kochen möchtest und hier fehlt?
  • Ist dir ein Rezept zu kompliziert?
  • Traust du dich an etwas nicht so recht ran?

Schick mir das Rezept per E-Mail an sepp@sepp-kocht.de.

Ich vereinfache es gegebenenfalls, koche es und mache ein Video dazu! Je nach meiner Auslastung kann das natürlich eine Weile dauern, ich informiere dann über den Newsletter, den du hier rechts abonnieren kannst.

BeHappy Parade

behappy-badgeDennis Sievers fordert in seinem Blog auf, sich die Frage zu stellen, was einen wirklich glücklich macht. Hier findest du seinen eigenen Beitrag. Nach einigen schwierigen, unterm Strich unglücklichen Jahren in denen ich mir öfter als einmal die Frage gestellt habe ob dieser Haken in der Decke, an dem die Lampe hängt, auch mein Gewicht aushalten würde, habe ich mich in den letzten Jahren intensiv mit dieser Frage beschäftigt, was könnte mich denn (wieder?) glücklich machen. Und …

…was ist denn eigentlich Glück?

Und zwar für mich! Für Dich ist Glück vielleicht etwas ganz anderes. Dabei hilft es mal ein paar Tage oder Wochen ein Glückstagebuch zu schreiben, am Abend, welche drei Sachen haben mich heute glücklich gemacht? Oder auch mal rekapitulieren, was hat mich denn in der Vergangenheit glücklich gemacht, „früher“ sozusagen.

Das Glück kommt auf verschiedenen Wegen daher. Als ich auf der A8 in der Nähe von Pforzheim am Stauende die Spur wechsle und einen Sekundenbruchteil später von hinten einer heranrast, auf das Auto knallt das gerade eben noch vor mir war und es die beiden Wagen regelrecht zerfetzt. Und mir dann erst ein paar Tage später so richtig bewusst wird, was das bedeuten hätte können wenn ich nicht die Spur gewechselt hätte, meine Frau und meine damals 4-jährigen Töchter im Auto, was für ein Glück. Das leise Glück als ich das erste Mal in Griechenland am Meer stand.  Dieses Glück das ich empfand als ich meine Kinder das erste Mal im Arm hatte. Die Freude am beruflichen Erfolg. Was würde ich bei einem Sechser im Lotto empfinden?

Oft macht man das Glück auch von etwas das von außen kommen sollte abhängig. Wenn ich nur die richtige Partnerin finden würde. Wenn meine Schulden nicht wären. Wenn mein Vater mich nicht so schlecht behandelt hätte. Wenn i, hätt i, tät i…(für die nicht Schwaben übersetzt: Wenn ich, hätte ich, würde ich…)

Müssen wir glücklich sein?

Wir leben in einem Universum der Polaritäten. Was Wärme ist, weißt du nur weil du Kälte kennst. Sicherheit kannst du nur fühlen wenn du auch schon Angst, Unsicherheit empfunden hattest. Schneidet uns die Sucht nach Glück von Erfahrungen ab, die unsere Seele auch machen möchte?

Glücksforschung

Sogar Glücksforschung gibt es, hat sogar einen eigenen Wikipediaeintrag, weltweit beschäftigen sich Wissenschaftler damit. Lehrreich und trotzdem unterhaltsam hat sich auch der Kabarettist Eckart von Hirschhausen in seinem Buch „Glück kommt selten allein“ damit auseinandergesetzt. Auch dort kann man interessante Lösungsansätze und Einsichten auf der Jagd nach dem Glück finden.

Mein Fazit: Glücklich sein ist eine Entscheidung

Zum einen, konzentriere ich mich auf die Ereignisse in meinem Leben die ich als negativ empfinde, meine Sorgen, meine Ängste oder fokussiere ich mich auf das was gut läuft. Damit meine ich nicht dass man wie „Hans guck in die Luft“ durch die Landschaft rennt und beim Straßen überqueren nicht nach links und rechts schaut. Aber beiße ich mich an meinen Problemen, Sorgen und Ängsten fest oder tue ich jetzt das was ich tun kann um Probleme zu lösen, hake das Thema dann ab und wende mich etwas erfreulicherem zu? Vorfälle, vermeintlich falsche Entscheidungen in der Vergangenheit kann ich nicht mehr rückgängig machen, kann ich sie annehmen? Mich mit ihnen versöhnen?

Zum anderen mache ich mir mein Glück einfach selbst, das geht bei mir zum Beispiel mit dem kochen. Nicht der Vorgang des Kochens an sich, dass ich gerne den Nudeln zusehe wie sie kochen. Das ist das vorbereiten, das Gemüseschnippeln hat für mich was Meditatives (vielleicht weil man doch ein bisschen konzentriert sein muss um sich nicht den Finger abzusäbeln). Die Freude daran wenn es jemandem schmeckt, besonders natürlich den Kids. O-Ton meiner Tochter Melina vor ein paar Tagen „Boah, echt voll lecker mit der Ananas…“, da geht mir das Herz auf, das vergesse ich ein paar Tage nicht.